Was ist Mediation

Mediation ist ein Verfahren zur außergerichtlichen Konfliktlösung. Anders als beim Gerichtsverfahren oder der außergerichtlichen Schlichtung wird hier durch den Mediator keine Entscheidung über den Konflikt bzw. den Streit getroffen. Vielmehr moderiert und steuert der Mediator auf Basis eines strukturierten Verfahrens durch vermittelnde Verhandlungen. 

Einigung statt Konfrontation

Nicht die rechtlichen Standpunkte sind maßgeblich, sondern das, was die Beteiligten wirklich wollen. Dieses liegt oft abseits von den Urteilen oder Vergleichen, die im Rahmen eines Gerichtsverfahrens erzielt werden. Zu gerichtlichen Vergleichen fühlen sich die Parteien oft gezwungen; sie werden dementsprechend von den Parteien in der Regel als höchst unbefriedigend und als faule Kompromisse empfunden. Die Mediation liefert hingegen immer wieder erstaunliche Lösungen, die für beide Konfliktparteien passen und die ihre echten Interessen widerspiegeln. Diese win – win - Situationen ermöglichen nicht nur dauerhaft tragfähige Einigungen, sondern gestatten es den Beteiligten, sich -wieder- in die Augen zu schauen. Dieses führt dazu, dass sowohl im privaten  Bereich als auch im Geschäftsleben langjährige verlässliche (Geschäfts-) Partnerschaften erhalten werden können.

Abgesehen von diesen Aspekten besticht die Mediation durch ihre Schnelligkeit und Effektivität. Auch aufgrund ihrer deutlich günstigeren Kostenstruktur wird die Mediation mittlerweile in Deutschland mehr und mehr einem Prozess vorgezogen.

Geld und Zeit sparen

Die Ergebnisse einer erfolgreichen Mediation werden in einer Abschlussvereinbarung fixiert und können bei Bedarf - in Form eines Anwaltsvergleichs oder als notarielle Urkunde- ebenso vollstreckt werden wie ein Gerichtsurteil.

Anwendungsbereiche der Mediation

Die Anwendungsbereiche der Mediation/Wirtschaftsmediation sind vielfältig. Die Felder, in denen Sie von mir als Rechtsanwältin und Steuerberaterin mit den genannten Schwerpunkten kompetente und versierte Unterstützung auch im Bereich der Mediation erwarten dürfen, sind die folgenden:

Konflikte und Streitigkeiten mit - langjährigen - Geschäftspartnern und Wettbewerbern können den Unternehmenserfolg nachhaltig gefährden. Außerdem hemmen sie die Unternehmensabläufe, kosten Zeit und Energie, die für Ihr Unternehmen sinnvoller zu nutzen wäre. Mediation kann helfen, langjährige Partnerschaften  in kurzer, effektiver Zeit zu erhalten oder wiederherzustellen

Hierunter fallen Streitigkeiten zwischen Gesellschaftern, Gesellschaftern und der Geschäftsführung aber auch innerbetriebliche Konflikte zwischen Geschäftsführung/Gesellschaftern und Betriebsrat und/oder Arbeitnehmern. Auch bei Unternehmensumstrukturierungen kann eine begleitende Mediation die notwendigen Umsetzungsprozesse vereinfachen. 

Streitigkeiten können sowohl nach dem Ableben des bisherigen Inhabers als auch bereits im Vorwege durch die Wahl der geeigneten Unternehmensnachfolge im Rahmen einer Mediation beigelegt werden oder aufgrund einer Mediation  von vornherein vermieden werden.

Bei öffentlichen Projekten sind nach der langjährigen Erfahrung unserer Kanzlei immer unterschiedlichste Interessen berührt. Sind diese nur in Teilbereichen gegenläufig und können nicht befriedet werden, scheitern diese oft zukunftsweisenden, dem Allgemeinwohl zuträglichen Projekte. Durch die Deeskalation einer Mediation werden Projekte wieder tragfähig und durchführbar. Denkbar ist die Mediation bspw. im Bereich interkommunale Zusammenarbeit, bei Umstrukturierungsprozessen und Projekten unter Beteiligung Privater ( PPP-Modelle).

Ihr Ansprechpartner

Ich bin Rechtsanwältin und Steuerberaterin, zugelassene Fachanwältin für Steuerrecht und habe ebenfalls die Fachanwaltsausbildung für Arbeitsrecht erfolgreich abgeschlossen.

Meine Mediationsausbildung habe ich zunächst beim von den Rechtsanwaltskammern getragenen Deutschen Anwaltsinstitut e.V. (DAI) erhalten. Hiernach bin ich berechtigt, die Bezeichnung Mediator gem. § 7a BORA (Berufsordnung für Rechtsanwälte) zu führen. Ferner habe ich eine Zusatzausbildung bei der Fachhochschule Wismar zur Wirtschaftsmediatorin (FH) absolviert.

Mein Verständnis als Mediator

Konflikte sind individuell, vielschichtig und komplex. Als Ihr Mediator möchte ich Ihnen helfen, dass nicht - wie bei Gericht - die wechselseitigen Rechtspositionen ausgetauscht werden, sondern Ihre wirklichen wechselseitigen Interessen und Bedürfnisse erarbeitet werden. Ich sehe mich insoweit als Ihr beiderseitiger Sparringpartner, der Ihre Konfliktaufarbeitung leitet, Blockadesituationen aufbricht und so die gestört Kommunikation wieder in Gang bringt. Ist dieses gelungen, sind häufig gemeinsame Lösungen möglich, die jenseits der in einem gerichtlichen Verfahren denkbaren liegen. Gerade diese gemeinsam gefundenen Ergebnisse sind dann für beide Seiten tragfähig und belastbar.

Zwar ist es mir aufgrund meiner Allparteilichkeit und Neutralität untersagt, Sie einseitig parteiisch zu beraten. Aufgrund meiner langjährigen Berufserfahrung als Rechtsanwalt/Steuerberater im Bereich des Wirtschaftsrechts dürfte mir der rechtliche Rahmen, in dem sich Ihr Konflikt bewegt, hinlänglich bekannt sein; so sehe ich mich im Stande, Ihnen neben allgemeinen rechtlichen Ausführungen im Bedarfsfalls aufzuzeigen, wo die Einholung zusätzlicher externer parteiischer anwaltlicher Beratung sinnvoll und notwendig wäre. Kommunizieren Sie bereits nur noch über Rechtsanwälte, halte ich es für wichtig, diese in das Verfahren einzubinden.

Ich verfüge ich als Mediator, der gleichzeitig Rechtsanwalt ist, über das Know-how, eine gefundene Lösung in einen Vertrag umzusetzen, der bei Bedarf als Anwaltsvergleich oder nach notarieller Beurkundung auch wie ein Urteil verstreckt werden kann.

Wesentliche Vorteile einer Mediation gegenüber einem Gerichtsverfahren

Nachfolgend werden die Vorteile einer Mediation aufgeführt. Gerne kann ich Sie auch persönlich beraten.

Gerichtsverfahren benötigen, je nachdem, ob ein oder zwei Instanzen durchlaufen werden, mindestens mehrere Monate aber auch schon 2-3 Jahre. Solange ist der Standpunkt unsicher, der Ausgang des Verfahrens weitestgehend dem Einfluss der Parteien entzogen. Dieses stellt für die Konfliktparteien oft eine nervenaufreibende, kräftezehrende Zeit dar. Hingegen kann eine individuelle Lösung im Rahmen des Mediationsverfahrens manchmal bereits an einem Tag, nicht selten jedoch innerhalb von wenigen Wochen erzielt werden.

Gerichtliche Vergleiche sind oft faule Kompromisse, Lösungen im Rahmen einer Mediation bilden win – win – Situationen ab und sind maßgeschneidert für das konkrete Problem beider Konfliktparteien.

Durch die win- win – Situation und den für beide Seiten guten „Deal“ am Ende einer erfolgreichen Mediation werden die vor dem Mediationsverfahren – manchmal langjährig - bestandenen Konfrontationen in aller Regel gelöst. So wird ermöglicht, die ehemals guten Beziehungen in der Zukunft fortzusetzen, sei es im geschäftlichen oder privaten Bereich.

Die Mediation ist - im Gegensatz öffentlichen Gerichtsverhandlungen - vertraulich. Dieses bedeutet, dass kein Dritter außer den Beteiligten und dem Mediator von jedweden gesprochenen Inhalten Kenntnis erlangt. Geschäftsgeheimnisse, Verhandlungsdetails und auch Emotion bleiben diskret und höchstpersönlich.

Die Mediation ist freiwillig. Die Parteien werden nicht in einen Prozess hinein gezwungen sondern bestimmen selbst, ob sie die Chancen einer Mediation wahrnehmen wollen. Im Übrigen kann die Mediation jederzeit von jedem Beteiligten ohne Angabe von Gründen abgebrochen werden.

Mediation ist in aller Regel deutlich kostengünstiger als Gerichtsverfahren. Unterliegt man bei einem Streitwert von 10.000,- € in zwei Instanzen, betragen die Kosten für Gericht und Rechtsanwälte z.B. bereits über 7000,- €.  Bei hohen Streitwerten steigt das Kostenrisiko entsprechend. Die Kosten des Mediators belaufen sich abseits von Streitwerten nur nach den vereinbarten Stundensätzen und werden von beiden Parteien hälftig getragen. Sollten –bereits- Anwälte engagiert sein, so sind diese Anwaltskosten  selbstverständlich von jedem Beteiligten selbst zu tragen.

Ablauf und Phasen

strukturiertes Verfahren - 6 Phasen

In der Vorbereitungsphase werden erste Informationsgespräche geführt und die Spielregeln der Mediation in einer Mediationsvereinbarung festgelegt. Hierzu gehören insbesondere Verschwiegenheitsvereinbarungen und Kommunikationsregeln.

In dieser Phase werden die Themen bestimmt, die beide  Parteien im Rahmen der Mediation besprechen und klären möchten. Gleichermaßen informieren sich die Parteien gegenseitig und vollständig in Vorbereitung einer gemeinsamen Lösung.

Der Mediator und die Parteien versuchen, gemeinsam, ggf. auch in begleitenden Einzelgesprächen, zu klären, worum es bei dem Konflikt wirklich geht und warum diese Themen so wichtig sind.

Ähnlich einem „brainstorming“ werden dann zunächst sämtliche denkbare Lösungen für beide Seiten gesammelt.

Nach der kreativen, offenen Lösungssammlung werden von den Parteien in einem weiteren Schritt die Umsetzbarkeit und Machbarkeit bewertet, um so ein beiderseitig tragfähiges Konzept zu schnüren.

Schließlich werden die Lösungen, auf die sich die Parteien gemeinsam verständigt haben, in eine Abschlussvereinbarung aufgenommen. Hier unterstütze ich die Parteien in meiner Eigenschaft als Rechtsanwalt und Steuerberater mit meinen Fachkenntnissen, um bindende und  belastbare Formulierungen zu finden.

Grundprinzipien der Mediation

Jede Mediation folgt nachfolgenden Grundprinzipien

Neben einem transparenten, strukturierten Verfahrensablauf wird die Mediation bestimmt durch die folgenden Grundprinzipien:

  • Vertraulichkeit des Verfahrens
    Die Parteien und der Mediator verpflichten sich zur Verschwiegenheit.
  • Freiwilligkeit
    Die Parteien entscheiden freiwillig, ob sie eine Mediation beginnen oder auch beenden.
  • Neutralität des Mediator
    Der Mediator unterstützt die Parteien bei der Lösung, er ist aber von den Parteien unabhängig.
  • Eigenverantwortlichkeit
    Die Parteien entwickeln mit Hilfe des Mediators ihre Lösungen selbst.
  • Vollständige Informiertheit
    Entscheidungen basieren auf einer gemeinsamen Informationsbasis.
  • Ergebnisoffenheit
    Vorweggenommene Ergebnisse sind zu vermeiden; der Erfolg der Mediation liegt an der sukzessiven Entwicklung der Ergebnisse während des Verfahrens.